Das Töpfern hat etwas Sinnliches und Spirituelles, so sehen es jedenfalls immer mehr Künstler in der Welt der Töpferei und Keramikarbeiten. Mit seinen Händen aus einem Stück Lehm ein individuelles Stück Kunst zu formen, ist nur eine Facette dieser Betrachtungsweise. Das Töpfern an der Drehscheibe spiegelt laut vieler Künstler der Szene auch ein Stück-weit das eigene Leben wider.

Bin ich zu schnell oder zu langsam?

Man kann sich selbst beim Töpfern entdecken, so lautet das Fazit vieler Anbieter von Töpferkursen. Die Kunst des Lebens liegt ihrer Meinung nach auch im Erkennen der richtigen Geschwindigkeit. Die Drehscheibe und der Lehm zeigen einem wie man durch sein Leben geht.

Die einen rasen und wollen sofort das Ergebnis, ohne die Bereitschaft zu zeigen, sich auf das Leben und die Umstände wirklich einzulassen. Wer so sein Leben bestreitet, dem zeigt die Töpferscheibe sehr schnell die Grenzen auf: Kein wirklich gutes Stück Arbeit wird so erschaffen. Die Ergebnisse wirken bei ihnen ohne jede Inspiration oder Ästhetik.

Dann gibt es die Menschen, die sich bei allem sehr viel – zu viel – Zeit lassen. Die immer erst „Gemach, gemach!“ rufen und sich dann wundern, dass sich die Drehscheibe trotzdem immer weiter dreht und sie dann zuerst den Anschluss verlieren und danach die Kontrolle.

Wer zu unbewusst ist, der verpasst den richtigen Augenblick, loszulassen, zu vertrauen und zu wissen, dass das Werk bereits vollbracht ist. Dass das Meisterstück bereits entstanden ist und es nichts mehr zu tun gibt.

Die Kunst des Töpferns

Der goldene Mittelweg ist der Pfad, der beim Töpfern zur Meisterschaft verhelfen kann. Dieses tiefe Wissen vermitteln erfahrene Töpfer-Meister ihren Schülern. Wer möchte, kann bei einem solchen Erlebnis zu tiefer Selbsterkenntnis gelangen, die ihm oder ihr in allen Bereichen des Lebens helfen kann. Die Kunst des Töpferns zu erlernen lohnt sich in vielerlei Hinsicht für nahezu jeden, besonders in der heutigen Zeit.